4. Sitzung – Handlungsempfehlungen für Medienkompetenzförderung

In der letzten Sitzung haben wir uns unter anderem mit der Frage beschäftigt, wie Medienkompetenz in die Schule integriert werden sollte. Das Medienkompetenzförderung in der Schule stattfinden muss, war am Ende unstrittig. Auch hatten die meisten ein recht gutes Bild davon, was für sie Medienkompetenz bedeutet. Es bedeutet eben nicht nur einen Computer einzuschalten und zu merken, dass die Inhalte von spiegel.de andere sind als die von bild.de oder einem (mehr oder weniger) unabhängigen Blog.


Kernidee

(Fast) alle – auch wir – sprechen darüber, das Medienkompetenzförderung in der Schule sattfinden muss. Aber fehlt es an den richtigen Strukturen, Projekten und Umsetzungen?

Aufgabe

In der heutigen Sitzung soll ein Plan mit Forderungen für „Medienbildung in der Schule“ entstehen. Lasst uns einmal festhalten, in welchen Bereichen wirklich was passieren müsste.


Als Orientierungshilfe dient eine Tabelle, auf die ihr über GoogleDocs Zugriff habt.
Bildet bitte Gruppen zu den Überschriften und füllt die Spalten mit Inhalten.

Als Orientierungsrahmen zitiere ich aus „Medienbildung an deutschen Schulen – Handlungsempfehlungen für die digitale Gesellschaft“ (vgl. S. 8-10) der Initiative D21. (Spoiler: In der Studie stehen eben auch Handlungsempfehlungen – also am besten erst nach der Sitzung reinschauen und abgleichen.)
Nutzt am besten auch die Diagramme aus der Studie, die ich zusammengefasst habe.

Die Studie geht auf Medienbildung im recht allgemeinen Sinne ein. Es geht also um alles, was weitestgehend als unter „Einsatz von Medien“ gezählt wird; bis auf die „klassischen“ Medien wie Buch, Tafel und Overheadprojektor. Beachtet bei eurer Arbeit bitte vor allem auch das Oberthema der Veranstaltung „Social Media“.

strukturelle Verankerung

Insgesamt lässt sich für Deutschland festhalten, dass es viele Bemühungen und gute Ansätze für die schulische Vermitt- lung von Medienkompetenz gibt, wobei sich die einzelnen Bundesländer beträchtlich unterscheiden. In der Mehrzahl der Bundesländer ist der entsprechende Bildungsauftrag nur in geringem Maße verbindlich und konkret in den Lehr- und Bildungsplänen sowie in der internen und externen Schul- evaluation verankert. Im Hinblick auf die Art der strukturellen Verankerung der Medienbildung lassen sich bei der Betrachtung der einzelnen Bundesländer im Wesentlichen drei Gruppen unterscheiden:

In den ostdeutschen Bundesländern Mecklenburg-Vorpom- mern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Medi- enbildung relativ ausgeprägt und verbindlich in den Lehr- und Bildungsplänen verankert. Zusätzliche Maßnahmen und Projekte sind – mit Ausnahme Mecklenburg-Vorpommerns – von untergeordneter Bedeutung.

In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nie- dersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist die Medienbildung vergleichsweise schwach und weniger verbindlich in die Lehrpläne integriert. Seitens der Bun- desländer existieren jedoch hochwertige projektorientierte Angebote, die von den Schulen und Lehrern meist optional in Anspruch genommen werden können. Die erfolgreiche Vermittlung von Medienkompetenz ist damit stärker von der Pro lierung der Schulen und dem individuellen Engagement der Lehrer abhängig.

In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Saarland und Schleswig-Holstein ist die Medienbildung ebenfalls nur wenig verbindlich in Lehr- und Bildungsplänen verankert. Teilweise existieren ambitionierte Strategien, die jedoch kaum in konkrete, zentral gesteuerte Umsetzungsmaßnah- men in der Fläche münden. Die schulische Medienbildung liegt damit weitgehend in der Verantwortung der Schulen und Lehrer. Unterstützung nden sie etwa in bundesweit verfügbaren Angeboten zur Medienbildung.

Die deutschlandweite Verbesserung der schulischen Medi- enbildung setzt ein gemeinsames, länderübergreifend abge- stimmtes Vorgehen voraus. Die Zuständigkeit hierfür liegt zunächst bei der Kultusministerkonferenz (KMK). Letztlich kann aber auch der Bund nicht aus der Verantwortung ent- lassen werden, im Bedarfsfall koordinierend einzugreifen.

Lehrerbildung

Die meisten Lehrer sind digitalen Medien im Unterricht gegenüber positiv eingestellt. Etwa jeder fünfte Lehrer zählt jedoch zur Gruppe der Skeptiker, die den Einsatz digita- ler Medien in der Schule überwiegend kritisch sehen. Diese skeptische Einstellung wird überdurchschnittlich häu g von älteren Lehrern vertreten. Zugleich beurteilt die Altersgruppe 50+ ihre eigenen Computerkenntnisse als eher schlecht, nimmt jedoch auch vergleichsweise selten an medienbezo- genen Fortbildungen teil.

Entsprechende Fortbildungsangebote existieren in allen Bundesländern, sind aber insgesamt zu wenig verbindlich und häu g nicht ausreichend praxisbezogen im Hinblick auf den konkreten Einsatz digitaler Medien in bestimmten Unterrichtssituationen. Auch in der Lehramts- und Referendariatsausbildung angehender Lehrer spielen Medienbil- dung und Mediendidaktik häu g eine untergeordnete und zu wenig verbindliche Rolle.

technische infrastruktur

Das Zeitalter der zentralen PC-Räume geht zu Ende. Digi- tale Medien müssen als selbstverständliche Bestandteile des normalen Fachunterrichts integriert werden und jederzeit adäquat einsetzbar sein. Die hierfür erforderliche technische Infrastruktur wird an den Schulen zunehmend aufgebaut. Gleichwohl existiert noch erheblicher Aufholbedarf und die Schulverwaltung ist noch weit entfernt von einem systemati- schen Lifecycle-Management.

Neben der reinen Technik sind auch IT-Administration, War- tung und Support sowie die Verfügbarkeit geeigneter digi- taler Lerninhalte erfolgskritisch. Schulen und Lehrer werden mit diesen Aufgaben zu oft allein gelassen und vielfach mög- liche Synergien und Skalene ekte bleiben ungenutzt.

Medienintegration und Medienkompetenz

Die Lehrer stehen unter erheblichem Druck, auch weil sie neben dem eigentlichen Fachunterricht und der Medienbildung mit immer neuen, zusätzlichen Anforderungen und Herausforderungen konfrontiert werden. Die Einführung digitaler Medien und die Anpassung bestehender Unter- richtskonzepte ist eine komplexe Aufgabe, für die die Lehrer Unterstützung auf verschiedenen Ebenen benötigen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*